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Otto von Greyerz

Otto von Greyerz, geboren am 6. September 1863 in Bern, war Literatur- und Sprachwissenschafter und Schriftsteller. Nach Studien in Bern, Göttingen, Berlin und Paris arbeitete er als Lehrer bis 1891 in Konstantinopel und dann im bernischen Landerziehungsheim Glarisegg, wo unter anderen Friedrich Glauser und Carl Jacob Burckardt seine Schüler waren.

1915 wurde Otto von Greyerz zum Professor für Sprache und Literatur der deutschen Schweiz an der Universität Bern ernannt. In dieser Funktion förderte er einerseits die Pflege des Hochdeutschen, setzte aber andererseits auch die Bemühungen um eine Aufwertung und Reinerhaltung des Berner Dialekts fort, die er mit seinen Berner Wörterbüchern und mit seiner Volksliedersammlung Im Röseligarte sowie seit 1915 mit der Gründung und Leitung des Berner Heimatschutztheaters begonnen hatte. Diese anlässlich der Landesausstellung konstituierte Laientheatertruppe hatte ihre grössten Erfolge nicht zuletzt mit Dialektstücken von Otto von Greyerz wie Knörri und Wunderli oder Ds Schmocker Lisi.

Otto von Greyerz förderte seinem Weltbild und seinem stark konservativ geprägten Kunstverständnis entsprechende Autoren wie Rudolf von Tavel, Simon Gfeller, Josef Reinhart oder Emanuel Friedli. Er initiierte auch die Erforschung der Berner Unterschicht-Mundart (das Mattenenglisch) und sammelte Materialien für ein berndeutsches Wörterbuch, das 1976 von Ruth Bietenhard fertiggestellt und veröffentlicht wurde.

Otto von Greyerz starb am 8. Januar 1940 in Bern.

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